weser-kurier 01. 02. 2012


Felix Isenbügel – Faust-Rausch

10.2.2012, 20:00, Bremen, Kulturkirche St. Stephani

Stephanikirchhof 8

Tel. 04 21 / 3 03 22 94

Faust-Rausch, was ist das? Nüchtern betrachtet, ist es ein Hörspiel, eine akustische Inszenierung von Goethes Tragödie "Faust". Eine, die den ewig aktuellen Konflikt zwischen Faust und Mephisto modern und pointiert transportiert. Aber Faust-Rausch ist mehr als ein Hörbuch, denn da gibt es noch die Komponente Musik. Das Miteinander von gesprochenem Wort und elektronischer Musik sowie deren Verschmelzung zum rauschhaften Hörerlebnis – das ist es, worum es dem Berliner Theater- und Fernsehschauspieler Felix Isenbügel bei seinem jüngsten Independent-Projekt geht. "Ich hab schon ganz lange den Wunsch, Texte elektronisch zu vertonen", sagt der wandelbare 24-Jährige, den einige als Carsten Reimann aus "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" kennen (2008 bis 2010), andere aus dem Kinofilm "Kabale und Liebe Unplugged" (2009). "Elektronische Musik hat eine unglaubliche Kraft. Sie ist kaum mehr wegzudenken aus der modernen Zeit. Ich liebe elektronische Musik." Und so ist Faust-Rausch auch ein Trip – ein zeitgemäßer Trip durch eine zeitlose Geschichte um Gut und Böse. Eine Kunstform ist entstanden, die ein gewaltiges Stück Weltliteratur spielend leicht ins 21. Jahrhundert überführt und zugänglich macht für junge Hörer. Der Sog, den das knapp einstündige Hörspiel entwickelt, ist unausweichlich. Angetrieben von den eleganten Elektro-Beats, die der Berliner Pianist, Komponist und Produzent Christopher Noodt (Ohrbooten, Dendemann) dezent unter die kraftvollen Dialoge legt, schraubt sich die Inszenierung zu einem intensiven Erlebnis hoch.


oldiestar 29. 04. 2011




sender kw 07. 01. 2011




unlce sally's

Wenn sich ein „GZSZ“-Jüngling auf die Vertonung des wohl bekanntesten Stückes Goethes stürzt, ist erst einmal Skepsis angesagt. Doch Felix Isenbügel macht nicht nur selbst seine Sache als Mephisto gut, sondern hat sich auch hervorragende Mitstreiter ins Boot geholt. Helmut Krauß („Praxis Bülowbogen“) spricht Gott, für Gretchen konnte Jana Kozewa (Deutscher Comedy-Preis 2004 für „Mensch Markus“) gewonnen werden und Otto Strecker übernahm den Faust und führte zudem Regie. Was „Faust-Rausch“ aber besonders auszeichnet, ist die Verbindung mit der elektronischen Musik von Ohrbooten-Mitglied Christopher Noodt. Erst durch diese Zusammenarbeit wird das Ganze zu einem Trip, der sich wirklich hören lassen kann. (Holger Muster)

bizarre-radio 11. 11. 2010

Faust Rausch ist ein Experiment der besonderen Gattung. Felix Isenbügel hat reichlich Erfahrung in seinen Praktiken. Der Theater und Fernseh Schauspieler lernte von der Pike auf die künstlerische Kommunikation. Das Vorhaben, elektronische Musik mit einem Meisterstück der deutschen Literatur zu verbinden brauchte ein Jahr Vorlauf. Umso mehr ist es Felix Isenbügel hoch anzurechnen, daß er Produzent, Sprecher und Finanzie in einer Person ist. Otto Strecker als Faust und Jana Kozewa als Gretchen vervollständigen die Produktion. Für die Musik und Töne ist Christopher Noodt, ein internationaler Musikkünstler verantwortlich.
Eine ähnliche Geburt trugen Thomas D und Bela B im Jahre 2004 aus. Allerdings wird dieses Szenario nur auf reinen Schlagabtausch der Wörter begrenzt. Faust Rausch geht tiefer, wirkt verbissener und gleicht an mehreren Passagen purer Anarchie. Eine literarische Gleichung, die durch Verzierung der elektronischen Note aufgeht und mitreißt. Wenn Faust den neuen Tag einläutet und zu neuen Ufern lockt, macht der Beat den Tag zu einem zappelnden Echo. Schaudernd wird es, wenn Mephisto seine spitze Zunge schlägt und gierig das Blut als ganz besonderen Saft beschreibt.
"du Inbegriff der holden Schlummersäfte, dich einziger Fiole aller tödlich feinen Kräfte......."
Lustvoll in Szene gesetzt und bärenstark umschrieben. Doch Mephisto teilt nicht nur aus, er muß auch einstecken, sich als Spottgeburt beschimpfen lassen. Die Szenerie berauscht und grenzt an akademischer Vergewaltigung. Gretchens "Ja" zum lüsternen Wortgewitter ihres Verehrers Faust wird rhytmusorientiert in die Länge gezogen. Auf jeden Fall macht der Konflkt Laune und regt an. Der Goethe Trip schreit nach Aufmerksamkeit und will durchlebt werden. Felix Isenbügel und sein Team gebührt Anerkennung für das zeitgemäße Experiment aus egozentrischer Literatur und innovativem Musikstoff. (Oliver Zitzmann)

12 Punkte (von max. 15)


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Tanz, Goethe tanz! Felix Isenbügel veröffentlicht Hörbuch!        

Ex-GZSZ Schauspieler Felix Isenbügel mischt mit „faust-rausch“ Goethe-Klassiker musikalisch auf. Davon können viele Jugendliche ein Lied singen: Goethe´s „Faust“ im Unterricht zu lesen, ist oft trocken und langweilig. So empfand es auch Schauspieler Felix Isenbügel (24):

„Ich hatte immer Probleme mit dem Theaterstück. Ich fand es sehr anstrengend, die Texte zu lesen.“ Älter geworden, war der Ex-GZSZ-Star irgendwann jedoch so davon fasziniert, dass er beschloss, aus dem Klassiker etwas ganz eigenes zu machen: „Faust“ unterlegt mit elektronischer Musik. Hip, cool, zum Mittanzen. Die Idee zum Hörbuch „faust-rausch“ war geboren.

Seit November 2009 arbeitete der Wahl-Berliner an dem Projekt: „Mit meiner Version möchte ich versuchen, jungen Menschen diesen Stoff auf eine moderne Art näher zu bringen“. Unterstützung bekam Isenbügel dabei von Komponist Christopher Noodt von der Erfolgsband „Die Ohrbooten“ und Sprecher Otto Strecker. Außerdem dabei sind Schauspielerin Jana Kozewa (u.a. „Mensch Markus“) und Synchronsprecher Helmut Krauss, der Stars wie Marlon Brando, John Goodman, Jean Reno oder Samuel L. Jackson seine Stimme leiht.

Die beste Rolle schnappte sich Isenbügel übrigens selbst: „Ich spreche den Mephisto“, sagt er. Ein großer Unterschied zur Rolle des schwulen Carsten Reimann, den er bis September 2010 in der RTL-Kult-Soap „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ verkörperte. [...] (Sebastian Hiedels)


metal hammer

[...] Es gibt kaum eine klassischere Geschichte der deutschen Literatur, als "Faust" von Johan Wolfgang Goethe. Sie wurde jetzt vertont, zusammengefasst und inkl. Musik veröffentlicht.

Der Ansatz hinter "Faust-Rausch" ist ein ziemlich moderner, der die klassische Geschichte nicht nur in ein kürzeres Format presst, sondern auch mit hauptsächlich elektronischer Musik begleitet. Das Ergebnis ist so unterhaltsam, wie sinnvoll für all Jene, die vor dem Literatur-Werk bisher zurück geschreckt sind. [...]

der hörspiegel 18. 11. 2010

Als modernes Hörspiel kündigt sich das vorliegende Werk im Pressetext an, im Rückentext ist von „tanzbarem Hörbuch“ die Rede. Was davon ist stimmig?
Als Hörspiel mit musikalischer Begleitlinie, die das intensiv inszenierte Hörwerk nicht trägt, sondern ergänzt, möchte ich das Ergebnis bezeichnen, das sich hier präsentiert. Tanzbar ist das Hörspiel nicht, dazu kommt die Musik nicht über den Text hinaus, was meiner Meinung nach auch gut ist.
Die Hörspielbearbeitung, die in den Rollen des Mephisto und des Faust auf die Stimmen von Felix Isenhügel und Otto Strecker zurück greift, die sich auch für Idee und Regie zu diesem Hörspiel verantwortlich zeigen, bietet insgesamt acht Sprecher. Darunter in der Rolle als Gott Helmut Krauß, dessen Rolle jedoch auf ein geringes Maß hinter den drei Protagonisten, Gretchen wird von Jana Kozewa ansprechend interpretiert, zurückfällt.
Goethes Text wird in Passagen adaptiert, zeitweise dramaturgisch enger gefasst und mit elektronischer Musikunterstützung in ein bedrückend enges Gewand geschnürt, wobei die Grundstruktur des Originals erhalten bleibt. Eine tiefgründig enge Umsetzung, die in 53 Minuten eine Reduktion eines Klassikers bietet, der so manchen in der Schule gequält hat. (Michael Brinkschulte)

Hörspiegel-Skala: (von 10 erreichbaren Punkten)  

Story/Inhalt:  7,0

Atmosphäre:  9,0

Sprecher:  8,0

Soundtrack:  6,0

Aufmachung:  6,0

Gesamtwertung:   7,2


fritz radio 09. 10. 2010




music-scan.de 11. 10. 2010

Goethes „Faust“ als modernes Hörspiel. Ein zeitgemäßer Trip durch eine zeitlose Geschichte um Gut und Böse. Das jüngste Independent-Projekt von dem Schauspieler Felix Isenbügel verbindet die Kraft des Wortes mit dem Sog elektronischer Musik. Berauschend!

„Zur Tür hinaus, wer sich entzweit! Mit offner Brust singt Runda, sauft und schreit! Auf! Holla! Ho! ... Wenn das Gewölbe wiederschallt, fühlt man erst recht des Basses Grundgewalt!" (Faust I, Auerbachs Keller, Zeche lustiger Gesellen)

Faust-Rausch, was ist das? Nüchtern betrachtet ist Faust-Rausch ein Hörspiel, eine akustische Inszenierung von Goethes Tragödie „Faust“. Eine, die den ewig aktuellen Konflikt zwischen Faust und Mephisto modern und pointiert transportiert. Aber Faust-Rausch ist mehr als ein Hörbuch, denn da gibt es noch die Komponente Musik. Das Miteinander von gesprochenem Wort und elektronischer Musik sowie deren Verschmelzung zum rauschhaften Hörerlebnis – das war es, worum es dem Berliner Theater- und Fernsehschauspieler Felix Isenbügel bei seinem jüngsten Independent-Projekt ging.

„Ich hab schon ganz lange den Wunsch, Texte elektronisch zu vertonen“, sagt der wandelbare 24-Jährige, den einige als Carsten Reimann aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ kennen (2008 bis 2010), andere aus dem Kinofilm „Kabale und Liebe Unplugged“ (2009). „Elektronische Musik hat eine unglaubliche Kraft. Sie ist kaum mehr wegzudenken aus der modernen Zeit. Ich liebe elektronische Musik.“ Und so ist Faust-Rausch auch ein Trip. Ein zeitgemäßer Trip durch eine zeitlose Geschichte um Gut und Böse.

Eine Kunstform ist hier entstanden, die ein gewaltiges Stück Weltliteratur spielend leicht ins 21. Jahrhundert überführt und zugänglich macht für junge Hörer. Der Sog, den das knapp einstündige Hörspiel entwickelt, ist unausweichlich. Angetrieben von den wabernden Elektro-Beats, die der Berliner Pianist, Komponist und Produzent Christopher Noodt (Ohrbooten, Dendemann) dezent unter die kraftvollen Dialoge legt, schraubt sich die Inszenierung zu einem intensiven Erlebnis hoch.

Auf eigene Faust: Idee und Entstehung Faust-Rausch war ein Herzenswunsch von Felix Isenbügel. Es ist „sein Baby“, wie der gefeierte Bühnen- und Fernsehschauspieler sagt, der auch Drehbücher und Theaterstücke schreibt und nicht auf sein Engagement bei GZSZ reduziert werden möchte, das im September dieses Jahres endete. „Es mag ein kleiner Schritt sein, mich von GZSZ zu emanzipieren“, räumt er ein, „aber nicht direkt, denn ich bin immer schon vielseitig gewesen und habe neue Herausforderungen gesucht.“

Eine Herausforderung war Faust-Rausch allemal. „Ein Mammutprojekt“, wie Felix Isenbügel meint. Ein Jahr lang hat er daran gearbeitet. Er spricht den Mephisto, zeichnet verantwortlich für die Textbearbeitung und schultert als Produzent die finanziellen Vorleistung. Von Anfang an habe ich an dieses Projekt geglaubt“, bekräftigt er. Dass es Goethes „Faust“ werden würde, ergab sich zufällig. „In der Schule war es eher eine Qual, ihn zu lesen“, gibt der 24-Jährige zu. Die Erhellung geschah viele Jahre später in Wien, wo es ihn 2009 mit dem Theater des Ostens hinverschlug. „Ich stand im Burgtheater in der letzten Reihe und sah mir ,Faust’ an – drei Stunden lang“, erzählt Felix. „Mir taten die Füße weh und ich konnte kaum etwas sehen. Aber die Kraft der Worte hat mich so mitgerissen, dass ich die Bilder dazu nicht unbedingt gebraucht hab.“ Von da an wusste er, welches Stück er vertonen wollte. „,Faust’ ist eine klassische Geschichte zwischen Gut und Böse. Die Verlockung des Bösen ist zeitlos. Das ist perfekt!“

Gemeinsam mit seinem Tour-Kollegen Otto Strecker („Ein starkes Team“, „Die Wache“), der den Faust spricht und Regie führte, reduzierte er Goethes „Faust“-Stoff auf wenige zentrale Rollen und markante Textstellen. „Das Hauptaugenmerk liegt auf Faust. Der erlebt einen Rausch, den er selbst eingegangen ist und der von Mephisto geführt wird“, erklärt Felix Isenbügel sein Vorgehen. „Auch Gretchen spielt eine große Rolle. Jeder dieser drei Personen durchlebt seinen Rausch. Die anderen Personen braucht es gar nicht. Das ist in sich schlüssig.“

Hand in Hand: Team und Ziele Neben dem erfahrenen Schauspieler und Hörbuch-Experten Otto Strecker schlossen sich Jana Kozewa (Gretchen), Helmut Krauß (Gott) und Lara Eustermann (Hexe) dem Sprecherteam an. Die fertigen Sprachaufnahmen verwebte Christopher Noodt mit der Musik, die passgenau darauf zugeschnitten wurde. „Mir war es ganz wichtig, dass Musik und Text gleichgewichtig sind“, sagt Felix. „Die Musik sollte keine Hintergrundmusik sein, und der Text sollte von der Musik nicht überspielt werden.“ Also bastelte der erfahrene Musiker Beats, Melodien und Geräusche, um aus dem gesprochenen Wort und seinen Klängen das gewünschte rauschhafte Miteinander zu komponieren.

Nun ist der multimediale Rausch fertig, die CD erschienen. Doch der Trip geht weiter: Für 2011 sind Live-Aufführungen geplant. Faust-Rausch, die Show. Als szenische Lesung mit Live-Musik. Klingt berauschend ... „Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor ...“ (Faust I)



berliner zeitung 09. 08. 2010

Von GZSZ zu Goethes Faust

Die Liebe zu Klassikern der Literatur entwickelte sich bei so manchem Freund von Goethe, Schiller und Kollegen nicht wegen, sondern trotz des Deutschunterrichts. Auch dem Schauspieler Felix Isenbügel ("Kabale und Liebe unplugged") ging das so. Goethes Faust, das kann er inzwischen unbefangen zugeben, hat ihm damals so gar nichts gesagt: "In der Schule habe ich den wirklich nicht gern gelesen." Der Zauber, der manchmal im Theater zwischen Bühne und Zuschauerraum entsteht, hat ihn erst im vorigen Jahr zu einem Anhänger der Geschichte über Faust, Gretchen und Mephisto gemacht: "Ich saß in der letzten Reihe des Wiener Burgtheaters und spürte plötzlich: Das ist es!"

Seit November verfolgt er deshalb das Projekt "Faust-Rausch", bei dem Goethe-Texte mit elektronischer Musik zu einem Ganzen werden und jungen Leuten einen zeitgemäßen Zugang ermöglichen soll. Als Ideengeber gönnt sich Isenbügel natürlich die beste Rolle: "Ich selber spreche den Mephisto." Der 24-Jährige hat während seiner schauspielerischen Karriere nicht immer Texte von so klassischer Schönheit vortragen dürfen. Bis vor wenigen Wochen stand er noch bei der Seifenoper "Gute Zeiten - Schlechte Zeiten" in Potsdam-Babelsberg vor der Kamera, seit 2008 bestritt er damit seinen Lebensunterhalt. Am 2. September wird er zum letzten Mal in der Dauerserie zu sehen sein. Im Herbst kommt dann die "Faust-Rausch"-CD heraus. Rund um ihr Erscheinen soll es Bühnenshows mit der Kombination aus elektronischer Musik und Goethe-Texten geben. Und wenn Isenbügel Glück hat, geht es dabei ja einigen Zuhörern wie ihm im Burgtheater. (aku.)